Transnational durchgeführte Projekte

16. September 2008

1994 – EU Projekt „Ältere Menschen im öffentlichen Verkehr“ als assoziiertes EU Mitglied. Dieses Projekt wurde von der Commune WIGGAN einem Vorort von Manchester UK durchgeführt.

1996 „Changing Track at Third Age - Richtungswechsel, Neuorientierung - ein Bildungsprojekt für, von und mit älteren Frauen“ mit Glasgow/GB, Perugia/I, Rüsselsheim/D und Graz. Das Bildungskonzept wurde zwischen 1991 und 1995 von entwickelt

Chancengleichheit für ältere Frauen http://www.sophia-net.org ein transnationales von der EU Kommission gefördertes Projekt. Ziel des Projekts ist es, die öffentliche Aufmerksamkeit zu den Problemlagen und Bedürfnissen älterer Frauen zu erhöhen und Kenntnisse über Initiativen zu verbreiten, die deren Chancengleichheit verbessern und ihnen helfen, das Recht auf Gleichstellung geltend zu machen.

2003/2004 „LISA – Lernen im Seniorenalter“ ein EU der Projekt der Aktionslinie R3L durchgeführt mit UK, IT, PT, DE, AT

2004/2007 „LENA – Lernen in der nachberuflichen Lebenszeit – entwickeln eines Curriculums für Lernen im SeniorInnenalter

2006 – 2008 „Ich bin stark – ich bin sicher“ Gewaltprävention für ältere Frauen“ EU Projekt mit Czechien und Slowenien

2006 – 2008 „MOLI“ Migrant Mothers improve their Live skills

Projekte und Initiativen

15. September 2008

· Seit 1988 Durchführung der Montagsakademie vormals Ringvorlesung „Intergeneratives Lernen“ und Alterswissenschaften

· Seit 1990 Osteoporose Vorbeugeturnen und Ausbildung von KursleiterInnen

· 1990 erster SeniorenstudentInnenaustausch mit Darmstadt/D, gefolgt von Prag/CZ, Strassbourgh/F und Boston/USA und Toronto/Can

· 1991 Etablierung der universitären Veranstaltung „International Tea“ – ein intergenerationelles und multikulturelles Zusammensein

· Seit 1993 Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Soziale Sicherheit und Generationen vormals Bundesministerium für Umwelt, Jugend und Familie in der „Plattform gegen die Gewalt in den Familien“; Schwerpunkt ist der alte Menschen und die Solidarität der Generationen

· 1994 – Partnerin im EU Projekt „Ältere Menschen im öffentlichen Verkehr“ als assoziiertes EU Mitglied

· Seit 1994 Kooperation mit der URANIA Steiermark mit den Schwerpunkten: Gesundheitswissen, Erfahrungswissen, Frauenrundgespräche etc.

· 1995 Gründung der „GEFAS Theater Gruppe JUNG und ALT“ heute „die gefas setten“

· 1996 GEFAS Goes Europe - EU Projektleitung: „Changing Track at Third Age - Richtungswechsel, Neuorientierung - ein Bildungsprojekt für, von und mit älteren Frauen“ mit Glasgow/GB, Perugia/I, Rüsselsheim/D und Graz. Das Bildungskonzept wurde zwischen 1991 und 1995 entwickelt

· 1996 Gründung der Plattform „Frauen 50plus – Region Steiermark“

· Seit 1995 jährlich „Fest der Generationen“ am Grazer Hauptplatz; Themenschwerpunkte sind – wie von der UNO proklamiert - Toleranz, Frieden, Ehrenamt etc.

· Seit 1994 – Projekt „Wohnen für Hilfe“; Betreuung über GEFAS Steiermark und Generationenreferat der ÖH UNI Graz

· 1997 - Projekt „Wohnen für Hilfe“, wird als EU-Projekt durch die GEFAS Steiermark international umgesetzt (Norwegen, Deutschland, Portugal, Spanien, Tschechien)

· 1998 Start des Projektes „Storyline – das Klassenzimmer wird zum Treffpunkt der Generationen“

· 1998 Start der Multiplikatorinnenausbildung „Spurwechsel – ein Ausbildungsprogramm für und mit älteren Frauen“ im Bildungshaus Schloß Retzhof in der Steiermark (entstanden aus dem EU Projekt „Changing Track at Third Age“)

· Seit 1998 wird das Projekt „Generationen in Bewegung“ in Kooperation mit dem ASKÖ in der Steiermark verwirklicht

· 1998 Installierung und Betreuung von www.seniorweb.at und Beginn der Internetkurse für ältere Frauen und Männer

· 1998 Beginn der Lehrveranstaltung an der Karl Franzens Universität Graz „Leibhaftig Älterwerden – Frauen bauen auf ihre Stärken“ (entstanden aus dem EU Projekt „Changing Track at Third Age“)

· 1999 Start der Mitbetreuung der „Bürgerbüros für Jung und Alt“ einer Initiative des Bundesministerium für Soziale Sicherheit und Generationen

· 2000 Partnerin beim EU-Projekt: „Chancengleichheit für ältere Frauen - www.sophia-net.org“

· 2000 Beginn von „SiA – Sinn im Alter“ einer Akademie für nachberufliches Alter

· 2001 Start der frauenspezifischen Fortbildungsreihe „Herzhafte Frauen – AGE“ (entstanden aus dem EU- Projekt „Changing Track at Third Age“)

· 2001 Mitarbeit beim Nationalkomitee „Die gesellschaftspolitische Bedeutung des Ehrenamtes“

· 2000 Initierung der Montagsakademie als Antwort auf Studiengebühren auch für ausserordentliche ältere HörerInnen

· 2002 und 2003 Evaluatorin der EU Kommission Sokrates / Grundtvig

· 2002/2004 „Reife Äpfel“ ein Gesundheits- und Sozialprojekt für ältere Frauen gefördert durch den FOND für ein gesundes Österreich

· 2003/2004 „LISA – Lernen im Seniorenalter“ ein EU der Projekt der Aktionslinie R3L durchgeführt mit UK, IT, PT, DE, AT

· 2004/2007 „LENA – Lernen in der nachberuflichen Lebenszeit – entwickeln eines Curriculums für Lernen im SeniorInnenalter

· 2004/2005 „Zukunftsplanung – ich und mein hohes Alter – eine neue Form der Vorsorge!“

· 2005 „Transnationales Kontaktseminar für Lernen im Seniorenalter“

· 2005 „STUNDE“ Pilotprojekt für Entlastung pflegender Angehöriger

· 2005 ABAD – Alter Bildung und Antidiskriminierung – EU Projekt

· 2006 – Chancen für alle – EU Wörterbuch für Migrantinnen

· 2006 – 2008 „Ich bin stark – ich bin sicher“ Gewaltprävention für ältere Frauen“ EU Projekt mit Czechien und Slowenien

· 2006 erster von der UNO ausgerufener „Elder Abuse Awareness Day“

· 2006 – 2008 „MOLI“ Migrant Mothers improve their Live skills

Ehrungen und Preise

15. September 2008

·1994 Goldenes Ehrenzeichen des Landes Steiermark

 

· 1995 Auszeichnung vom ORF Help TV für das Projekt Wohnen für Hilfe

· 1997 Pro Meritis in Bronze der KFU Graz für 10 Jahre Ringvorlesungen der Alterswissenschaften bzw. Intergeneratives Lernen

· 1998 Paul Petry Preis für Alterswissenschaften

· 1999 Förderpreis des Landes Steiermark für die wissenschaftliche Arbeit innerhalb des Seniorenreports „Altwerden in der Steiermark, Last oder Lust!“

· 1999 Staatspreis für Journalismus der Amateure verliehen vom Bundesministerium Umwelt, Jugend und Familie

· 1999 Hauptpreis des Bundesministeriums für Jugend und Familie für ein Gemeindeprojekt der Generationen „Storyline – das Klassenzimmer wird zum Treffpunkt der Generationen!“

· 1999 Anerkennung des Bundeskanzlers für das innovative sportive Programm „Generationen in Bewegung“

· 2000 Erster Preis für innovative Erwachsenenbildung des lebensbegleitenden Lernens des Landes Steiermark für „Spurwechsel“ (Empowerment- und Bildungsprogramm für ältere Frauen)

· 2000 Frauengesundheitspreis der Stadt Wien für „Herzhafte Frauen – AGE“

· 2001 Bürgerin der Stadt Graz

· 2001 Anerkennungsdekret von BM Mag. Herbert Haupt

· 2003 Bundesehrenzeichen des Bundesministeriums für Soziale Sicherheit, Generationen und Konsumentenschutz in Anerkennung der besonderen ehrenamtlichen Verdienste um die gesellschaftspolitische Integration und Förderung von älteren MitbürgerInnen

· 2004 Bundesehrenzeichen des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur in Anerkennung der besonderen ehrenamtlichen Verdienste im Bereich der Erwachsenenbildung

· 2005 Erster Preis für innovative Erwachsenenbildung für „Zukunftsplanung – ich und mein hohes Alter – eine alternative Form der Vorsorge

· 2007 Verleihung des Großen Steirischen Ehrenzeichens

· 2008 Ehrenpräsidentin der GEFAS Steiermark – Akademie der Generationen

Publikationen

15. September 2008
a) Herausgeberin

· Zeitung für Intergenerationelles Lernen - Sondernummer „UNI AKTUELL - GENERATIONEN“1989 bis 1999

· Zeitung GEFAS news „GENERATIONEN – JUAN – JUNG und ALT im NETZ“ seit 2000

· Publikationen der Ringvorlesungen und Dokumentationen von Projekten:

· Osteoporose – Eine Einführung für Kursleiter 1991

· Wellness – Wege zur höheren Lebensqualität 1996/1997

· Neues Denken – Neues Werden; 1997

· Changing Track at Third Age1997

· Bewußtsein Wandeln und Handeln – Geschlechterrollen in einer sich ändernden Gesellschaft;1997/1998

· Das süße Leben den Alten – die Verantwortung den Jungen, 1998

· Wohnen für Hilfe,1999

· Altwerden in der Steiermark- Last oder Lust 1999

· Wenn Liebe zur Gewalt wird, 2000

· Vorruhestand - Ruhestand – Unruhestand, 1999/2000

b) Beiträge in Fachzeitschriften und Fachbüchern:

· Weiterbildung älterer Menschen an der Universität Graz: In: ALTEREgo

· Alter und Bildung: In Politicum

· Lernen, Bildung und Weiterbildung im Alter: In: Salzburger Bildungswerk, Artikel in BI-DOC, Heft 4, Herbsttagung 1999, Schwerpunkt Seniorenbildung Lebensfacetten

· Brückenschlag zwischen den Generationen: In: Die Altersbunte Gesellschaft, CONTUREN zur Zeit für Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur, 3a/99 Sondernummer, Frankfurt – Wien 1999

· Gewalt gegen Hochbetagte hinter verschlossenen Türen: In: Pflege Express 02/2000, Das Land Steiermark, Fachabteilung für das Gesundheitswesen, Referat 2, Paulustorgasse 4, 8010 Graz

· Mitbestimmen, mitgestalten und sich dabei selbst entfalten: In: Die 3. Karriere - Ideen zur Gestaltung der reifen Jahre. Hrsg.Verband Wiener Volksbildung/Institut für Lebensstil/Eurag Österreich, Wien 1996

· Krieg der Generationen? Politische und ökonomische Verteilung zwischen den Generationen. Vom Konflikt zum Brückenschlag: In: Altern als Herausforderung; Band 1 Soziale Teilhabe und Integration, Gertrud Simon und Solveig Haring, Arbeitsgemeinschaft für Sozialforschung und Sozialplanung Steiermark (HG.) Graz 1999

· Gesellschaftspolitische Partizipation durch Non-Profit-Organisationen – NPO: In COMMON WIN, Hrsg. Ludwig Kapfer, Graz 2001

· „Das süße Leben den Alten – die Verantwortung den Jungen?! Alle Generationen müssen in eine funktionierende Gesellschaft ihren Beitrag leisten.“. In: Aufgabe Soziale Gerechtigkeit Baustelle Sozialstaat - Corporate Social Responsibility – Netze der Zivilgesellschaft – Basis Familie?

· Über den Wechsel, Wolfmayr Andrea, Huber Johannes, Verlag 55plus, Wien 2005

· Aufgabe Soziale Gerechtigkeit, Schriftenreihe des Dr.-Karl-Kummer-Instituts, Band 3, Graz 2006

· Arbeitsleben45plus, wissenschaftliche Beiträge, Universität Klagenfurt, 2007

c) Verfasserin

  • Diplomarbeit zur Thematik der Seniorenbildung: „Weiterbildung in der zweiten Lebenshälfte - Kultureller Standort - kulturelle Veränderung. Die gesellschaftspoli­tische Bedeutung des Mediums Bildung für ältere Menschen in unserer Gesellschaft unter besonderer Berücksichtigung des Seniorenstudiums an der Karl‑Franzens‑Universität Graz,1993
  • Enddokumentation zum EU-Projekt „Changing Track at Third Age - Richtungswechsel, Neuorientierung - ein Bildungsprojekt für, von und mit älteren Frauen“, Graz 1996
  • Enddokumentation zum EU-Projekt „Wohnen für Hilfe“, Graz 1998
  • Dissertation „Chancen und Möglichkeiten gesellschaftspolitischer Partizipation älterer Frauen und Männer in steirischen Seniorenorganisationen zwischen Anspruch und Wirklichkeit“, 1999
  • „Bürgerbüros für Jung und Alt 2000“ 1 - 5                                  Eine Evaluationsdokumentation im Auftrag des Bundesministerium für Soziale Sicherheit und Generationen, Kompetenzzentrum für Senioren und Bevölkerungspolitik, Graz 2000, 2001, 2002, 2003, 2004
  • Diverse Dokumentation zu den durchgeführten Projekten

Spurwechsel 2008 / 09

11. August 2008

Ausbildung zur Seminarleiterin für lebensbegleitendes Lernen!

Dieser Lehrgang ist ein Follow Up des EU Projektes “Changing Track at Third Age”. Es wurde 1996 mit Partnerinnen aus Glasgow, Perugia, Rüsselsheim, von Rosemarie Kurz - GEFAS Steiermark, geleitet, durchgeführt.

Spurwechsel erhielt 2000 den ersten Preis des Landes Steiermark für innovative Erwachsenenbildung. (Herta Bacher, Rosemarie Kurz, Gertrud Simon)

· Worum geht es bei diesem Lehrgang?

Frauen haben noch einen langen Lebensabschnitt vor sich, nachdem Kinder selbständig geworden sind, oder die Berufs- und Familienphase abgeschlossen ist.

In dieser Zeit kann eine Frau viele bisher verborgene oder nicht gelebte Fähigkeiten entdecken und ein Freiwerden neuer Kräfte erleben.

Frauen fühlen sich befähigt, sich in der Gesellschaft mit ihren Ressourcen einzubringen, Verantwortung zu übernehmen und vielfältige Aufgaben zu erledigen.

· Wer ist die Zielgruppe?

Frauen, die ihr Leben selbstbestimmt gestalten und das Älterwerden als Chance und Herausforderung erfahren möchten.

Frauen jeden Alters, die bereit sind, sich auf Veränderungen und Gruppenprozesse einzulassen und Freude daran haben, später selbst Gruppenleitungen zu übernehmen oder Seminare im Rahmen der Lebensbegleitenden Erwachsenenbildung (vor allem zu den Inhalten des „Spurwechsel“-Programms“) zu leiten.

· Wozu soll der Lehrgang befähigen?

Den Teilnehmerinnen der „Spurwechsel-Lehrgänge“ soll die Möglichkeit gegeben werden, Grundlagen zur Leitung von Gruppen/Seminaren zu erwerben und diese innerhalb einer länger dauernden Ausbildungsgruppe zu erproben. Einzelne Teilnehmerinnen erwerben dadurch auch Zusatzqualifikationen für ihre Berufsarbeit.

· Wo kann die erworbene Qualifikation eingesetzt werden?

Die zukünftigen Einsatzgebiete liegen auf Gemeindeebene, in Pfarren, in Bildungszentren, in Schulen, in Vereinen und Organisationen, auf privater und beruflicher Ebene.

· Was sind die Inhalte?

Grundlage ist das 1996 erfolgreich gelaufene EU-Projekt „Changing Track at Third Age – Richtungswechsel, Neuorientierung ein Bildungsprogramm mit und für Frauen“.

In sechs Modulen werden folgende Themen übergreifend erarbeitet und reflektiert:

1. Biographie: Die Auseinandersetzung mit der eigenen Lebensgeschichte verleiht persönliches Wachstum, und ein tieferes Verständnis für das eigene Schicksal. Es werden individuelle Besonderheiten, Fähigkeiten und Stärken entdeckt, das Selbstvertrauen wird gestärkt. Zielarbeit und Zieldefinition in der Bildungsarbeit.

2. Identität: Frauen entdecken ihre Vielseitigkeit, ihren Selbstwert. Sie halten Rückschau und Planen ihre Zukunft auf Grund eines neuen Verständnisses ihrer Identität.

Rollenbewusstsein - Partnerschaft, Frau sein, Mann sein: Wer bin ich, wer möchte ich sein mit 50, 60, 70, 80, 90, 100 Jahren?

3. Kommunikation: Grundlagen für authentisches Kommunizieren und konstruktive Konfliktbewältigung kennenlernen, anwenden und reflektieren.

4. Leiblichkeit: Körper, Geist und Seele als Einheit wahrnehmen, mit allen Sinnen Frau sein können. Gesundheit, Sexualität, Spiritualität, das Leben in der Familie und in der Arbeitswelt sind von ebenso großer Bedeutung wie Hierarchien und Autoritäten.

5. Kreativität: Zugang zu den eigenen Stärken, Fähigkeiten und Ressourcen ermöglichen partizipatorisches Arbeiten im Team. Frauen nutzen ihre eigenen Kraftquellen und entscheiden sich bewusst für den Platz den sie in der Welt einnehmen möchten.

Es wirde eine Seminararbeit verfasst

6. Partizipation: Es entstehen soziale und kulturelle Netzwerke für Frauen und ihr selbst bestimmtes Leben. Es soll im Sinne von „Empowerment“ aus den eigenen Kräften das Konzept des „geglückten Alterns“ entwickelt werden. Die Sinngebung ist damit fast automatisch verbunden. Frauen greifen auf ihre Ressourcen und Erfahrungen zurück und geben diese in angemessener Form (Gruppen und Seminare) an Frauen und Männer weiter.

Die ersten vier Module dienen vorwiegend der persönlichen Neuorientierung und können daher auch gesondert gebucht werden. Da für erhalten die Teilnehmerinnen eine Erfolgsbestätigung. Diese stellt die Berechtigung sicher, die Module 5 und 6 zu absolvieren.

Für das Erreichen des Zertifikates sind zusätzlich die Module 5 und 6 erforderlich.

· Wie wird gearbeitet?

Zielgruppen- und teilnehmerinnenorientiert, mit kreativen und körperorientierten Methoden, im ganzheitlichen Wechselspiel zwischen Theorie und Praxis - immer unter Einbeziehung des Erfahrungswissens der Teilnehmerinnen.

· Leitungsteam:

Ernie Fuchs Lebens und Sozialberaterin (Integrative Gestaltberatung), Seminarleiterin für Lebensbegleitendes Lernen, Erwachsenenbildnerin, Sozialpädagogin, Malerin

Sigrid Moser , NLP Trainerin, Seminarleiterin für Lebensbegleitendes Lernen mit Schwerpunkt Meditative Kreistänze

Marianne Höber, Ausbildung zur Tanzpädagogin, Heilmasseurin und Tiefenentspannungstrainerin, Seminarleiterin für Lebensbegleite

Mag. Dr. Rosemarie Kurz: Referate zu Schwerpuntthemen

Wissenschaftliche Leitung

Mag. Dr. Rosemarie Kurz hat das Gesamtkonzept entwickelt und stellt die einzelnen Bildungsschwerpunkte in den Ausbildungsmittelpunkt. In der nachfamiliären, nachberuflichen Lebensphase wurde ein Studium begonnen und mit einer Dissertation zum Thema der gesellschaftspolitischen Partizipation älterer Frauen und Männer abgeschlossen. Näheres in www.seniorweb.at Lebensleitspruch: Probleme müssen aktiv gelöst werden, denn wir sind die Gesellschaft und daher auch verantwortlich dafür, was geschieht.

Lehr-Einheiten

Modul + Datum

Thema

Einheiten

Inhalte

14. – 16. November 08

BIOGRAPHIE

22

a 45min

Zielarbeit, Lebenspanorama, Quellen, Ich - Förderung

09. – 11. Jänner 09

 

IDENTITÄT

22

Rollenverständnis, Partnerschaft;

Ich und wir, Bildungsarbeit

27.2. – 01.03 Feb/März

 

KOMMUNIKATION

22

Grundlagen d. Kommunikation, Konfliktmanagement

24.- 26. April 09

LEIBLICHKEIT

22

Gesundheit, Sinne, Sexualität, Familie, Arbeit

05. – 07. Juni 09

KREATIVITÄT

22

Projektdesign, Arbeiten im Team, Ressourcen, Seminararbeit

18. – 20. September 09

ARTIZIPATIEN

22

Präsentationen, Gruppenleitung, Projektmanagement, Marketing, Solidarität,

Zertifikatsverleihung

 

Chancengleichheit für ältere Frauen

21. Juli 2008

http://www.sophia-net.org

Träger: Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO)

Mit finanzieller Förderung der Europäischen Kommission, Generaldirektion V und des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Deutschland

Projektpartner in Deutschland

  • BAGSO – Bundesarbeitsgemeinschaft Senioren-Organisationen, Europa-Büro
  • ISIS - Institut für Soziale Infrastruktur und das Netzwerk älterer Frauen

Projektpartner in Frankreich

  • CLEIRPPA - Centre de Liaison, d’Etudes, d’Information et de Recherche sur les Problèmes des Personnes Âgées de Conjoints survivants und
  • FAVEC - Fédération des Associations

Projektpartner in Österreich

  • Europäisches Zentrum für Wohlfahrtspolitik und Sozialforschung und
  • GEFAS Steiermark - Steirische Gesellschaft zur Förderung der Alterswissenschaften und des Seniorenstudiums

Hintergrund: Probleme, die die heutige Generation älterer Frauen ungleich stärker als die der älteren Männer betreffen, bestehen u.a. in höheren Risiken der Arbeitslosigkeit, der Armut, der Belastung durch Pflege, in Isolations- und Sicherheitsrisiken, in Mobilitätsproblemen, Bildungsdefiziten und einem schlechteren Zugang zu Entscheidungsprozessen. Der zuletzt genannte Befund äußert sich sogar in doppelter Hinsicht: In frauenpolitischen Vereinigungen, so zeigt die Erfahrung, dominieren meist die Sichtweisen und Belange jüngerer Frauen; seniorenpolitische Vereinigungen hingegen sind oft fest in der Hand von Männern und in ihrer Themenwahl im besten Fall geschlechtsübergreifend.

Zielsetzung: Ziel des Projekts ist es, die öffentliche Aufmerksamkeit zu den Problemlagen und Bedürfnissen älterer Frauen zu erhöhen und Kenntnisse über Initiativen zu verbreiten, die deren Chancengleichheit verbessern und ihnen helfen, das Recht auf Gleichstellung geltend zu machen. Hierzu sollen in Deutschland, Frankreich und Österreich Informationen aus den Bereichen Politik, Wissenschaft und Praxis zusammengetragen, aufbereitet und einer möglichst breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Das Informationsangebot richtet sich insbesondere an ältere Frauen und ihre Angehörigen, Angehörige von Einrichtungen und Verbänden, Wissenschaftler/innen und politische Entscheidungsträger/innen.

Arbeitsweise:

Die Arbeiten erfolgen zwischen Juli 1999 und Juni 2000. Gesammelt werden Informationen über

  • bereits existierende Initiativen älterer Frauen im Rahmen von Selbsthilfeaktivitäten und in Form von Maßnahmen der Interessenvertretung
  • Praktiken, die von Organisationen mit geschlechtsübergreifender Ausrichtung zur Berücksichtigung der besonderen Interessen und Bedürfnisse älterer Frauen umgesetzt werden,
  • wissenschaftliche Studien, die sich mit der Situation älterer Frauen befassen, politische Maßnahmen und Programme zur Verbesserung der Chancengleichheit älterer Frauen.

Ergebnisse

Die genannten Informationen werden in deutscher, englischer und französischer Sprache in Form eines Informations-Pools im Internet angeboten. Diesem Informations-Pool wird ein Diskussionsforum angegliedert, das nicht nur engagierten älteren Frauen eine Stimme verleihen, sondern auch dem Erfahrungsaustausch von Praktikerinnen und Interessenvertreterinnen dienen kann. Flankiert wird die Einrichtung des Informations-Pools und Diskussionsforums von Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit, die von Vertreterinnen aus Frauenorganisationen in den beteiligten Ländern durchgeführt werden.

Daten des Lebens

21. Juli 2008

Als KInd und Jugendliche den 2. Weltkrieg und die Nachkriegszeit in der Steiermark und in Österreich erlebt;

1956 Abschluß der Ausbildung zur Volksschullehrerin

 

1957 als Domestic Help in Großbritanien - Lower Certificat of the English language

1958 Einstieg ins Berufsleben in Sinabelkirchen in der Steiermark

1959 Sonderprüfung für das Lehramt an Hauptschulen in Englisch

1960 Sonderprüfung für das Lehramt an Hauptschulen in Sport

1961 Heirat, Austritt aus dem Dienstverhältnis und Übersiedlung in die Bundesrepublik Deutschland (Mannheim bis 1970 und Augsburg bis 1978)

1978 Umzug nach Graz, Österreich mit den Kindern Rainer 13 und Heide 11.

1978 Geschichte für das Lehramt an Hauptschulen

1979 Pädagogik für das Lehramt an Hauptschulen

1988 mit 15 Dienstjahren Frühpensionierung auf Grund eines Bandscheibenvorfalls

 

 

 

Familienphase (Sohn 1965, Tochter 1967, Scheidung 1979, derzeit amtierende Großmutter von 6 Enkelkindern

Berufsphase zwischen 1961 und 1988 als Lehrerin in verschiedenen Schultypen und Funktionen in der Bundesrepublik Deutschland und Österreich

Nachberufliche Lebensphase:

1987 Beginn des Studiums der Volkskunde an der Karl Franzens Universität Graz

1988 Übernahme des Seniorenreferates - seit 1996 Generationenreferat - an der Österreichischen Hochschülerschaft der Karl Franzens Universität Graz - laufend http://oeh-ref-generationen.uni-graz.at/

1991 Gründung der GEFAS Steiermark (Gesellschaft zur Förderung der Alterswissenschaften und des Seniorenstudiums an der Universität Graz)

1993 Abschluß des Studiums mit dem Magister der Philosophie, Studienfach Volkskunde

1999 Doktor der Philosophie, Studienfach Geschichte

Als Erwachsenenbilderin seit 1973 in unterschiedlichen Bereichen tätig. Das intergenerative Lernen ist ein Spezialgebiet

2007 Übergabe des Lebenswerkes „GEFAS Steiermark“

Durchführung von und Mitarbeit bei Projekten und Initiativen älterer Frauen und Männer im Unruhestand auf lokaler, regionaler, nationaler und internationaler Ebene:

Mitarbeit in lokalen, regionalen, nationalen und Internationalen Gremien, die wichtige gesellschaftspolitische Themen forcieren wie z.B. EURAG - Bund der älteren Generation Europas, EFOS - Europaen Federation of Older Students, NGO zum Thema Altern - Non Governmental Organisations, OWN Europe - Older Women Network Europe, EU Kommission – SOKRATES/GRUNDTVIG

Bürgerbüros - eine Drehscheibe für alle Generationen

05. Juni 2008

Bürgerbüros - eine Drehscheibe für alle Generationen
Redaktionelle Arbeit: Dr. Heide Streicher

Zusammenfassung und Schlußfolgerungen
Aus der Verantwortung für Menschen aller Altersstufen heraus wurde 1995 von den Vereinten Nationen das letzte Jahr des 20. Jahrhunderts als das Jahr für alle Lebensalter proklamiert.
A society for all is one that adjusts its structures and functioning, as well as its policies and plans, to the needs and capabilities of all, thereby releasing the potential of all, for the benefit of all. A “society for all ages” would, additionally, enable the generations to invest in one another and share in the fruits of that investment, guided by the twin principles of reciprocity and equity”.

Diese Aussage bedeutet, daß eine moderne Gesellschaft die Bedürfnisse und Kapazitäten jeder ihrer Altersgruppe berücksichtigt. Sie fördert eine Altersintegration ebenso wie einen intergenerativen Austausch. Sie anerkennt die sich ständig verändernden Phasen des Älterwerdens des individuellen Lebens und bezieht die Fähigkeit des Reifens von der Kindheit bis ins hohe Alter in die Betrachtung mit ein.

Durch die Installierung der Bürgerbüros für JUNG und ALT, trägt Österreich entscheidend zu einer neuen Kultur des Miteinanders der Generationen bei. Diese neue Initiative des Bundesministeriums für Soziale Sicherheit und Generationen (vormals Bundesministerium für Umwelt, Jugend und Familie), die seit 1998 in Österreich forciert wird, ermöglicht einerseits mit der Installierung der Bürgerbüros in kleinen und größeren Gemeinden, dass Neues entsteht und andererseits können bereits bestehende und langjährig erfolgreiche Initiativen und Projekte in Bürgerbüros integriert werden.

a) Leitung der Bürgerbüros und ehrenamtliche MitarbeiterInnen
Die Hauptverantwortung liegt meist bei einigen wenigen engagierten Personen, die immer wieder in die Umsetzung verschiedenster Projekte und Initiativen eingebunden werden. Dadurch kann es leicht zu Überlastungen einzelner MitarbeiterInnen führen, die in letzter Konsequenz zu einer Schwächung der gesamten Institution führen können. Um hier Abhilfe zu schaffen, wäre es sinnvoll, dass Verantwortlichkeiten unter mehreren Personen geteilt werden. Die jeweils Hauptverantwortlichen von Einzelinitiativen könnten selbst aus ihrem Bekanntenkreis MitarbeiterInnen suchen und weitere Verantwortlichkeiten in sehr kleinem Rahmen an mehrere Personen, die sich dann eigenverantwortlich abwechseln, übergeben. Wesentlich erscheint in diesem Zusammenhang, dass ständiger Gedankenaustausch und Kommunikation in Form von Gesprächen stattfindet. Allerdings muß darauf hingewiesen werden, dass diese dringend nötige ständige Auseinandersetzung am Zeitbudget, das Ehrenamtliche zur Verfügung stellen, sehr oft scheitert. Das gelungene Salzburger Modell, zeigt, dass eine gut ausgebildete und von der Idee des bürgerschaftlichen Engagements überzeugte hauptamtliche MitarbeiterIn, die zumindest fünf Stunden die Woche für die Belange des Bürgerbüros zur Verfügung steht, optimale Resultate erzielen kann.

Wenn hingegen Bürgerbüros basisdemokratisch ohne fachliche Unterstützung geführt werden, bleibt der gewünschte Erfolg aus, da sich Gespräche im Kreis bewegen und für zu setzende Initiativen keine Kraft mehr bleibt. Daraus entsteht Frustration und neu hinzu gewonnene MitarbeiterInnen, ziehen sich wieder ebenso frustriert zurück und sind in weiterer Folge für bürgerschaftliches Engagement eher nicht mehr anzusprechen. (Siehe Bürgerbüro Innsbruck)

Kommunikative und organisatorische fachliche Kompetenz der hauptamtlich Tätigen ist eine Möglichkeit, um Bürgerbüros zum Erfolg werden zu lassen. Eine zweite Variante wäre eine fundierte Ausbildung der Ehrenamtlichen. Allerdings kann diese Ausbildung nicht in einem Nachmittag durchgezogen werden. So gesehen sind Kurzausbildungen, die im Rahmen der Vernetzungsträgertreffen angeboten werden, eher riskant, da sie den Beteiligten den Eindruck vermitteln, dass sie sich eine entsprechende Zusatzqualifikation angeeignet hätten, die ihnen dann vor Ort die Arbeit erleichtert. Wenn dem dann nicht so ist, setzt Frustration ein, die sich wiederum kontraprodutiv auswirkt. Antriebskraft und Motivation werden geschwächt.

Mein Vorschlag wäre, für ehrenamtlich Tätige zwei bis drei Wochenendseminare auszurichten, in denen die ehrenamtlich Tätigen mit modernen Kommunikationstechniken vertraut gemacht werden und zudem im Austausch mit anderen ehrenamtlich Tätigen ihre eigene Arbeit besser beurteilen können.

Soferne die Leitung des Bürgerbüros in Händen von PolitikerInnen liegt, die nur über ein sehr begrenztes Zeitbudget verfügen, wäre es besonders wichtig zumindest eine ältere oder jüngere Person, die die Idee des bürgerschaftlichen Engagements mit Begeisterung mit trägt, aufzubauen und vollinhaltlich zu unterstützen. (Bürgerbüro Klagenfurt und Innsbruck)

Politiker und Politikerinnen können jedoch auch durch ihre Arbeit in den öffentlichen Gremien, durch ihre Bekanntheit und durch das Nützen informeller Strukturen wesentlich zum Gelingen eines Bürgerbüros beitragen. (Bürgerbüro Waidhofen).

Wenn bekannte und in der Gemeinde beliebte Persönlichkeiten wie zum Beispiel Sportler, LehrerInnen, KindergärtnerInnen bei einem Bürgerbüro mitarbeiten, werden zusätzliche Ressourcen freigesetzt. Zudem vervollständigen sie ein Team, das sich kennt und gegenseitig anerkennt. Gemeinsame Ideen können so auch leichter gemeinsam getragen werden und der generationenverbindende Gedank kann mit Leben erfüllt werden. (Bürgerbüro Wies und Munderfing)

b) Lage, Ausstattung und Angebote der Bürgerbüros
Die örtliche Lage des Bürgerbüros ist ein wesentlicher Beitrag für den Erfolg, da dieses auch von der Laufkundschaft lebt. Dazu gehört jedoch auch ein attraktives Angebot. Zentraler Ort des Bürgerbüros in Frastanz ist die Bibliothek, in der sich alle Generationen ein Stell Dich ein geben.
Sofern diese Bibliotheken mit einem öffentlichen Raum wie z.B. einem Cafehaus in Verbindung stehen, wo Gespräche und kleine Informationsveranstaltungen wie ein Lesenachmittag für Kleinkinder, der von einer Großmutter initiiert wird, stattfinden können, würden intergenerative Ressourcen freigelegt.

Die vorliegende Untersuchung hat eine Diskrepanz, zwischen der unter c) angeführten Initiativen mit einer beachtlichen Vielfalt und deren Umsetzung aufgezeigt. Um dieser Diskrepanz entgegenzutreten bedarf es vor Ort einer Bestandsaufnahme, um herauszufinden unter welchen Voraussetzungen diese durchgeführt werden können und welche personellen und finanziellen Ressourcen zusätzlich ausgeschöpft werden können. Welcher Zeitrahmen für eine Verwirklichung eines Projekts ins Auge gefasst werden kann und welche Projekte und Initiativen aus Ressourcenknappheit zurückgestellt werden müssen. Diese Klarstellung kann unter dem Aspekt einer Selbstevaluation erfolgen.

Da es in kleinräumigen Einzugsgebieten leicht zu einer Überfrachtung bzw. Doppelgleisigkeit des Angebots kommen kann, ist eine Analyse der Gegebenheiten vor Ort von wesentlicher Bedeutung. In diesem Zusammenhang muß erwähnt werden, dass ein besonders Augenmerk auf Nischenarbeit gesetzt wird, um eine effektive Umsetzung von geplanten Initiativen zu ermöglichen.

Besonders auffallend ist es, dass Bürgerbüros, die eine komplexe Vernetzungsstruktur (siehe Gemeinde Wies) für sich nutzen können, attraktive Angebote haben und zielgerichtete Initiativen setzen können, die von der Bevölkerung auch angenommen werden. Effiziente Vernetzung kann jedoch auch von Einzelpersonen (siehe Bürgerbüro Frastanz) getragen werden. Christa Stadler wäre als Beispiel zu nennen. Sie ist seit vielen Jahren in der Gemeinde ehrenamtlich tätig und hat immer wieder neue Initiativen gesetzt, die den Bedürfnissen einer bestimmten Gruppe der Bevölkerung entgegenkam. Daraus erwuchs Vertrauen, das nun beim Aufbau des Bürgerbüros Nutzen bringt. Daher ist davon auszugehen, dass persönliche Bekanntheit und Akzeptanz in der Bevölkerung, sowie das Nutzen persönliche Möglichkeiten vernetzte Arbeit zu leisten, als Grundlage für eine hohe Qualität für die Durchführung von Initiativen dienen kann.

Die best besuchtesten Initiativen sind Großveranstaltungen wie Feste und Vorträge mit bekannten Referenten. Es wäre anzuregen jede dieser gut besuchten Veranstaltungen mit einem Part, der die Arbeit der Bürgerbüros vorstellt, zu beginnen. Gleichzeitig sollten Anwesenheitslisten aufgelegt werden, die einerseits zur Dokumentation herangezogen werden können und andererseits einen Adressenpool für künftige Aktionen bereit stellen würde.
Das Bürgerbüro Auersbach hat hier bereits eine Vorreiterrolle übernommen.
Die hohe Zahl der Frequentierung von Veranstaltungen einerseits und die kleine Anzahl der ehrenamtlich Tätigen, die diese Veranstaltungen organisieren, zeigt, dass das zur Zeit gängige Konsumverhalten der Bevölkerung auch in den meisten Bürgerbüros Probleme aufwirft.

c) Nutzung von Synergien
Einige Bürgerbüros sind in bereits bestehende Organisationen eingebettet
Synergien, die dadurch entstehen, sinnvoll zu nutzen, ist jedoch nur dann möglich, wenn entsprechende Konzepte, die genau auf die Gegebenheiten vor Ort Rücksicht und Bedacht nehmen, entwickelt werden und deren Effizienz ständig überprüft wird.
Mit jeder neu hinzukommenden MitarbeiterIn mit ihren persönlichen Kompetenzen und Eigenheiten, verändert sich die interne Struktur eines Bürgerbüros. Dieser Veränderung muß dann im Gesamtkonzept Rechnung getragen werden.
Wenn es enge Kontakte und räumliche Nähe zwischen einem Bürgerbüro und einer Trägerorganisation gibt, ist es unabdingbar Absprachen und Abmachungen mit den MitarbeiterInnen der Bürgerbüros, die in irgendeiner Weise mit und für die Trägerorganisation tätig sind, zu machen, um für beide die Effizienz zu steigern und Frustration zu vermeiden.
Transparenz und Offenheit sind Voraussetzungen für erfolgversprechende Synergien.

d) Öffentlichkeitsarbeit
Um die Idee die hinter den Bürgerbüros steht öffentlich zu machen, bedarf es einer gezielten Werbestrategie. Das Bundesministerium für soziale Sicherheit und Generationen (vormals Bundesministerium für Umwelt, Jugend und Familie) hat mit einer bundesweiten Versendung von ansprechend gestaltetem Informationsmaterial das neue „Produkt” für sämtliche Gemeinden Österreichs zugänglich gemacht.
Die 10 von der Jury ausgewählten Gemeinden, die mittels einer finanziellen Förderung und ideellen Unterstützung, die Idee des bürgerschaftlichen Engagements umsetzten und mit Leben erfüllen, sind selbst durch ihre Arbeit vor Ort potentielle Werbeträger.
Zusammenfassend läßt sich bemerken, dass die Bürgerbüros unterschiedliche Werbestrategien in unterschiedlicher Dichte und mit unterschiedlichem Erfolg eingesetzt haben.
- Anbringen einer Zusatztafel „Bürgerbüro” (siehe Anhang Fotomaterial Waidhofen)
- Erstellung von Informationsmaterial, das die Initiativen der Bürgerbüros beschreibt (siehe Anhang diverse Falter und Informationsmaterial der Bürgerbüros))
- Informationskampagnen in Gemeindezeitungen und Pfarrblättern (siehe Anhang Bürgerbüro Auersbach)
- Presseinformationen für Zeitungen (siehe Anhang Salzburg)
- Ausnützen von lokalen Fernsehstationen (siehe Bürgerbüro Domino in Frastanz)
- Gut durchgeführte und gut besuchte Veranstaltungen, die die Arbeit und die Idee der Bürgerbüros in eine breitere Öffentlichkeit tragen (siehe Bürgerbüro Salzburg)
- Vernetzungsarbeit mit Vereinen und Organisationen vor Ort (siehe Bürgerbüro Wies)
- Internetzugang (siehe Bürgerbüro Wien)

Besonders zu beachten sind die lokalen Möglichkeiten.
Im städtischen Raum werden Initiativen über gezielte Öffentlichkeitsarbeit in schriftlicher Form verbreitet. Im ländlichen Raum hingegen läuft die Vermittlung von Informationen auf informellen Wegen, wie z.B. in Gesprächen beim Einkaufen, im Gasthaus und auch bei Veranstaltungen werden diese weitergegeben. Personen, die für eine ehrenamtlichen Mitarbeit eingeladen werden, können ebenso eher in diesem Rahmen angesprochen werden. (Siehe Unterschiede zwischen den Bürgerbüros in Wien und in Auersbach).
In diesem Zusammenhang sollte im Falle der Bürgerbüros die gesamte Frage der Evaluation neu überdacht und im Zuge dessen auch an die jeweils aktuelle Situation der Bürgerbüros angepasst werden, um unnötige Frustrationen und dadurch Schwächung der Arbeit vor Ort zu vermeiden.

Der verwendete Begriff „Bürgerbüro” wird vor allem oft in ländlichen Gebieten nicht verstanden und daher durch Bezeichnungen wie „Dorfhaus” oder „s´Hus am Dorfplatz” ersetzt. Sie werden von den Menschen, für die die Bürgerbüros installiert wurden, eher angenommen, da diese Bezeichnungen lebendiger und ansprechender sind.

e) Empfehlungen, um Nachhaltigkeit zu gewährleisten
Die von mir besuchten Bürgerbüros haben sich alle mit dem zielführenden Gedanken der Intergenerationalität auseinandergesetzt und versuchten nach Maßgabe der Möglichkeiten vor Ort bestes zu leisten. Um Nachhaltigkeit zu gewährleisten und bei Neuinstallierungen beste Vorausssetzungen zu schaffen, könnten folgenden Anregungen zielführend sein.

1. Pro Kalenderjahr sollte ein Vernetzungsträgertreffen, das in einem der Bundesländer von einem Bürgerbüro ausgerichtet wird, stattfinden. Bei diesem Treffen soll den Bürgerbüros sowohl die Gelegenheit gegeben werden sich zu präsentieren als auch in Workshops Möglichkeiten der Aussprache geboten werden.
2. Die Betreiber der Bürgerbüros sollten in Selbstevaluation geschult werden (Innere Stärken und Schwächen; externe Hindernisse und Möglichkeiten), um am Ort des Geschehens selbstregulierend eingreifen zu können.
3. Über Internet soll den einzelnen Bürgerbüros die Möglichkeit geboten werden ihre eigenen gutlaufenden Projekte und Initiative so zu präsentieren, so dass diese über Abfrage und leichte Veränderungen adaptiert werden können.
4. Es sollte eine zentrale Anlaufstelle (wie eine Hotline), die über Email und Internet zugänglich ist, geschaffen werden, wo Bürgerbüros auf Fragen unmittelbar Antwort und Rat erhalten.
5. Bei der Auswahl der künftigen Bürgerbüros soll als entscheidendes Kriterium das Vorhandensein einer Person, die sich mit der Idee der Bürgerbüros voll identifiziert, den Ausschlag geben. (Siehe Bürgerbüro Frastanz und Waidhofen)
6. Ein weiteres Kriterium wäre eine mehr oder weniger lose Anbindung an eine bereits etablierte Organisation, die persönliche und infrastrukturelle Unterstützung geben kann, bis das Bürgerbüro von selbst läuft (Siehe Bürgerbüro Salzburg)
7. Last not least sollte in den einzelnen Bundesländern in einem der bereits existierenden Bürgerbüros eine zentrale Anlaufstelle geschaffen werden, die auch mit Mitteln des Bundesministeriums für soziale Sicherheit und Generationen ausgestattet sein sollte, um im Schneeballsystem im näheren Umkreis weitere Bürgerbüros zu etablieren.

Sommerakademie: Sia - Sinn im Alter

05. Juni 2008

SiA – Sinn im Alter -Sommerakademie für nachberufliches Lernen © Mag. Dr. Rosemarie Kurz und Gerald Schifneg

Dieses Konzept wurde inzwischen mit immer neuen Themenbereichen verwirklicht: 2001, 2002, 2003. 2004, 2005, 2006, 2007, 2008 Mobilität www.bia-net.org

 

Die Akademie für nachberufliches Lernen ist ein Bildungsprojekt, das von Mag. Dr. Rosemarie Kurz, Referentin für Generationenfragen ÖH KFU Graz und Gerald Schifneg sowie MitarbeiterInnen der GEFAS Steiermark – Gesellschaft zur Förderung der Alterswissenschaften und des Seniorenstudiums an der Universität Graz entwickelt wurde und im Sommer 2000 erstmalig an der Karl Franzens Universität durchgeführt. In weiterer Folge soll das erstellte und in der Sommerschule 2000 erprobte und evaluierte Curriculum als Grundlage für einen Einstieg in die nachberufliche Lebensphase dienen. Es kann jedoch künftig auch in Betrieben vor Ort wie auch in den österreichischen Bürgerbüros angeboten werden und als ständige Einrichtung an der Universität Graz in Zukunft auch Gäste aus dem Ausland mit ein beziehen. Der Übergang von beruflicher zu nachberuflicher Lebenszeit ist mit zahlreichen tief greifenden Veränderungen verbunden, die häufig zu psychischen und physischen Problemen führen. Das Herausgerissenwerden aus dem sozialen Gefüge, sowie das plötzliche Fehlen von Aufgaben und Zielen führt zu Sinnkrisen, Vereinsamung und einem vorzeitigen „psychischen Alterungsprozess“ („Alter“ nicht definiert als Anzahl der gelebten Jahre, sondern wieder gespiegelt in Verhaltensmustern und Einstellungen), was wiederum eine erhöhte Anfälligkeit für physische Erkrankungen nach sich zieht.

Hintergründe:

Das Referat für Generationenfragen und die GEFAS Stmk wurde von Dr. Rosemarie Kurz in Personalunion geleitet. Rosemarie Kurz hat die GEFAS Stmk im Jahr 1991 gegründet und war stets bestrebt, Bildungsangebote für die nachberufliche Lebenszeit anzubieten. Seit 1988 wurden an der Grazer Universität Ringvorlesungen zur Thematik des Altwerdens und Altseins in unserer Gesellschaft angeboten. 1996 wurde mit einer 50%igen Unterstützung durch die EU Kommission ein transnationales Bildungsprojekt für ältere Frauen durchgeführt. „Changing Track at Third Age – Richtungswechsel, Neuorientierung – ein Bildungsprojekt für von und mit älteren Frauen“ forcierte im steirischen Raum die Befasstheit mit Bildungsansprüchen der älteren Generation.

Voraussetzungen:

Im Wintersemester 1999/2000 wurde innerhalb des INTERGENERATIVEN LERNENS die Ringvorlesung: “Vorruhestand – Ruhestand – Unruhestand“ - die nachberufliche Lebenszeit als Herausforderung und Chance für ältere Menschen und unsere Gesellschaft” in Graz durchgeführt. Die Inhalte und Erfahrungen können nun direkt in das Gesamtkonzept von SiA einfließen. Die Vorlesungsreihe des Sommersemesters 2000: „Chancengleichheit für ältere Frauen“ kann ebenso in das Gesamtkonzept einfließen. Es geht umArbeitslosigkeit, Überbelastung durch Pflege, Isolation, Bildungsdefizite und geringe finanzielle Absicherung im Alter. Ein transnationales EU-Projekt, bei dem die GEFAS Stmk als Partnerin fungierte, legte im http: //www.sophia-net.org eine Datenbank an und spricht dort die spezifischen Probleme älterer Frauen an.

Zielsetzungen:

Das Projekt „SiA – Sinn im Alter – Sommer/Winterakademie für nachberufliches Lernen“ will als Orientierungshilfe für ältere Frauen und Männer neue Sinn- und Seinswelten erschließen. Darin eingeschlossen sind unter anderem folgende Themen- und Problembereiche: Gesellschaftliche und Soziale Hintergründe, psychische und physische Veränderungen, Zeitdispositionen und Lebensgestaltung, Partnerschaften und Singledasein, Zusammenleben mit Menschen anderer Generationen und Konfliktmanagement; freiwilliges, soziales Ehrenamt, Verantwortung für sich und andere und die Bedeutung von der Einbindung bzw. Freisetzung aus der Lohnarbeit.

Zielgruppen:

Frauen und Männer und deren Partner, die sich kurz vor oder bereits in der nachberuflichen Lebenszeit befinden sowie LeiterInnen von Bürgerbüros, PersonalvertreterInnen von Betrieben, die vor einer Freisetzungsmaßnahme stehen, VertreterInnen von Senioren- und Erwachsenenbildungsorganisationen, die in weiterer Folge als Multiplikatoren fungieren können.

Beispiel - Seminarplan: Vorträge am Vormittag und Workshoparbeit in Kleingruppen am Nachmittag

1.Tag Thema: Arbeit nach der Arbeit - Lohnarbeit co. Freizeitarbeit (Ist ehrenamtliche Tätigkeit Ersatz für Lohnarbeit?)

  • Rechtliche Aspekte
  • Ideologische Aspekte
  • Was motiviert – wenn nicht Geld?
  • Alles rund ums Ehrenamt (Inhalte, Projektvorstellungen)

2. Tag Thema: Lebenssinn und Lebenspraxis: Philosophisches Gedankengut

  • Rückblende: Das gelebte Leben
  • Bewusste Integration der Lebenskonzepte, die ein sinnvolles Leben in der nachberuflichen Lebensphase gewährleisten
  • Identität: Wer bin ich, wer will ich sein?
  • Partnerschaften

 

3. Tag Thema: Neue Technologien – die Brücke zwischen jung und alt

  • Internet: Der heiße Draht zum Mitmenschen
  • Neue Möglichkeiten der Informationsgewinnung
  • Neue Möglichkeiten, das Ehrenamt im neuen Stil zu präsentieren
  • Grenzenlos und Intergenerativ: Neue Möglichkeiten, Vorurteile zu übewinden

4. Tag Thema: Gesundheit, Eigenverantwortung - Rahmenbedingungen für ein selbst – bewusstes Leben Vortragende: Univ. Ass. Dr. Sylvia Titze, Prof. Dr. Thomas Kenner, Gerald Schifneg

  • Selbstmanagement contra Fremdbestimmung
  • Wege aus dem Stress
  • Soziale Integration als Voraussetzung für psychische Gesundheit
  • Aspekte der Gesundheit (körperliches, geistiges, seelisches und soziales Wohlbefinden)

Organisation und Durchführung:

1. Fixierung von Terminen und Veranstaltungsort:

2. Lehrende sind Personen aus dem Bereich der Erwachsenenbildung und Universitätsangehörige

3. Inhalte werden in Zusammenarbeit mit Betroffenen und künftigen Anbietern zusammengestellt.

4. Terminplanung:

Vorbereitungsphase 1: März bis Ende Mai eines Kalenderjahres (Konzept, Vortragende, Ort, TeilnehmerInnen)

Vorbereitungsphase 2: Juni (Detaiplanung und Organisation)

Durchführung 3: In der 1. oder 2. Juliwoche an 4 Arbeitstagen zu je 5 Bildungseinheiten;

Nachbereitung 4: Evaluation und Dokumentation

5. Kursbeitrag: eher niedrig halten (zwischen € 10 und € 20)

6. Evaluation: Mit Fragebögen werden Durchführung, Inhalte und Zufriedenheit abgefragt

7. Dokumentation: Ergebnisse werden sichtbar gemacht

8. Projektleitung:

Kostenplan: Personalkosten für Angestellte bzw. Honorarkräfte; Vortragende; Evaluation, Dokumentation

Sachkosten für: Raummieten, Datenbank, Post, Telefon, Folder, Abstrakts, PC-Internetzugäng, Dokumentation

 


 

EU Richtlinien für Antidiskriminierung

05. Juni 2008

ABAD – Arbeit – Bildung – Alter – Antidiskriminierung

Projektleitung: Mag. Doris Hoffmann

Die Bekämpfung und Verhinderung von Diskriminierung zählt zu den Grundprinzipien einer sozial verantwortlichen Gesellschaft. Globalisierung und zunehmender technische Fortschritt führen dazu, dass die Arbeitswelt, wie sie uns seit Jahrzehnten vertraut ist, einem tief greifenden Strukturwandel unterworfen ist. Es gilt, all jene Barrieren und Hindernisse zu beseitigen, mit denen sich Menschen am Arbeitsplatz und in anderen Bereichen des täglichen Lebens konfrontiert sehen, um so das größte Kapital Österreichs - nämlich das Wissen und die Fähigkeiten seiner Menschen – in vollem Umfang einzusetzen. Unser aller Ziel muss es sein, das Potential jedes Einzelnen zu fördern – zu seinem eigenen Wohl wie auch zum Wohl der Gesellschaft und der Wirtschaft – um die Lebens- und Arbeitsqualität in Österreich für alle noch attraktiver zu gestalten.

Jeder Mensch ist einzigartig und unterscheidet sich von anderen. Dieses Spektrum macht unseren Alltag reich und vielfältig. Und doch werden Menschen aufgrund ihrer Einzigartigkeit Tag für Tag diskriminiert, d.h. in einer vergleichbaren Situation schlechter behandelt als eine andere Person. Aus diesem Grund hat die Europäische Union Antidiskriminierungs-Richtlinien erlassen, die in allen Mitgliedstaaten dazu beitragen sollen, Diskriminierung von Menschen aufgrund ihrer Rasse oder ethnischen Herkunft, der Religion oder der Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Orientierung zu bekämpfen.

Parallel dazu werden in den EU Mitgliedstaaten Sensibilisierungsmaßnahmen durchgeführt, um die Umsetzung der Antidiskriminierungsrichtlinien in das Rechtssystem der einzelnen Mitgliedstaaten zu begleiten. Sensibilisieren heißt in diesem Fall, ohne die Drohgebärde des erhobenen Zeigefingers ein Stück weit

- Bewusstsein dafür zu schaffen, dass Diskriminierung für jeden von uns zu jeder Zeit und an jedem Ort Realität werden kann

- Betroffenen die Möglichkeit zu geben, wahrgenommen zu werden

- vielfach unbewusst diskriminierendes Handeln sichtbar zu machen

- mit Medien und über Medien „Antidiskriminierung“ zu thematisieren

- die gesetzlichen Rahmenbedingung bekannter zu machen, aber auch ihre Anwendbarkeit zu hinterfragen

- auszuloten, wie weit Gesetz und Realität voneinander entfernt sind.

- Keyplayer des Arbeitsmarktes sensibilisieren

Das österreichischen Projekt Arbeit- Bildung- Alters- Diskriminierung – ABAD mit Koordination der GEFAS Steiermark wollte die Bewusstseinsbildung von EntscheidungsträgerInnen, Organisationen, der Öffentlichkeit und Einzelpersonen zu den Antidiskriminierungs-Richtlinien der EU hinsichtlich älterer Menschen (40+) anregen und die legislative Umsetzung der Antidiskriminierungsrichtlinien (2000/78/EG und 2000/43/EG) in Österreich evaluieren.

Ziel des Projektes war es herauszufiltern, wie weit auf individueller und gesellschaftlicher Ebene die Theorie von der Praxis entfernt ist, und welche weiteren Schritte notwendig sind, um bewusst oder unbewusst diskriminierende Handlungen Schritt für Schritt abzubauen. ABAD ist ein begleitendes Sensibilisierungsprojekt, das die Umsetzung der Antidiskriminierungs-Richtlinien der Europäischen Union in österreichisches Recht unterstützt.

Obwohl in Österreich bisher die der Europäischen Union entsprechenden Gesetze erlassen wurden, die gegen Diskriminierung schützen sollen, schauen Menschen weg und ignorieren es einfach, wenn Diskriminierung stattfindet. Dass die “Anderen“ durch gesetzliche Regelungen geschützt werden müssen, ist, genau betrachtet, keine Auszeichnung für unser gesellschaftliches Selbstverständnis. Rechtsvorschriften sind nur eines der Instrumente im Kampf gegen Diskriminierung. Viel wichtiger ist ein nachhaltiges, gesellschaftliches Umdenken. Toleranz, Wertschätzung und Respekt gegenüber jenen, die, aus welchen Gründen auch immer, nicht dem Gesetz der großen Zahl entsprechen, muss zur Selbstverständlichkeit werden!

Aber: Recht schafft gesellschaftliche Realität und kann dadurch Initialzündung für einen positiven Bewusstseinsprozess sein.

Um die Sensibilisierung zu den Antidiskriminierungs-Richtlinien zu unterstützen wurde von der GEFAS Steiermark das Projekt ABAD initiiert und innerhalb von neuen Monaten wurden von den Partnern folgende Schwerpunkte bearbeitet:

  • Diskriminierung älterer Arbeitsloser (GEFAS Kärnten)
  • Diskriminierung älterer Frauen (Oberösterreichischen Landesregierung, Sozialabteilung)
  • Diskriminierung älterer MigrantInnen (ZeMiT)
  • Diskriminierung aufgrund sexuelle Orientierung (GEFAS Steiermark)

Folgende Leitfragen wurden gestellt:

  • Eignen sich die Gesetze und Richtlinien?
  • Gibt es eine Nachfrage zum Gesetz?
  • Wie hoch ist der Bekanntheitsgrad?
  • Wie kann Bewusstsein geschaffen werden?
  • Woran liegt es, dass gesellschaftliche Sensibilität fehlt?
  • Warum sind Medien sehr sparsam mit der Veröffentlichung von Diskriminierungsfällen?

Das Projekt ABAD richtete sich an Betroffene sowie an Personen und Organisationen, die mit den Betroffenen in Kontakt treten (ExpertInnen, RechtsanwenderInnen, NGOs). Die betroffenen Personen wurden über Fokusgruppen einbezogen, die mit der Thematik befassten Organisationen, Entscheidungsträger, ExpertInnen, RechtsanwenderInnen etc. wurden über Spezialworkshops und eine abschließende Tagung angesprochen.

Das gewiss ambitionierte, wenn auch von manchen Interessengruppen dennoch als unzureichend beurteilte neue Gleichbehandlungsgesetz muss jetzt in der Praxis seine Bewährungsprobe bestehen. Es ist in Vielem neu und ungewohnt und es werden sich durch die praktischen Erfahrungen vermutlich auch Änderungsnotwendigkeiten zeigen. Natürlich sind Gebote und Verfahren zur Durchsetzung von Ansprüchen wichtig, gleichzeitig muss aber gesagt werden, dass die Festschreibung eines Gesetzes allein nicht genügt, um es auch mit Leben zu erfüllen.

Ziel des Gesetzes ist eine diskriminierungsfreie Arbeitswelt und Alltagswelt, weil nur gleiche Chancen für alle die Menschen zu einer gleichberechtigten Teilhabe an der Gesellschaft insgesamt ermächtigen und zu ihrer persönlichen Entfaltung beitragen. Besondere Bedeutung kommt daher auch der Verankerung der Grundgedanken und Ziele des Gesetzes in der Gesellschaft zu, sodass eine entsprechende Bewusstseinsarbeit unabdingbar ist. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit unterstützt daher das EU-Aktionsprogramm zur Bekämpfung von Diskriminierungen, in dessen Rahmen ja auch das der Tagung zugrunde liegende Projekt abgewickelt worden ist.

Die Ziele dieser Bewusstseinsarbeit sind mehrfach gefächert

- zum Einen gilt es die Mehrheitsgesellschaft anzusprechen und die unabdingbare Notwendigkeit des Abbaus von Diskriminierungen für die gedeihliche Weiterentwicklung der Gesellschaft zu verankern, wobei auch Ängste abzubauen sind

- zum Anderen geht es aber auch um Empowerment für Diskriminierungsopfer, d.h. sie dazu zu befähigen, gegen Diskriminierungen anzukämpfen und ihre Ansprüche durchzusetzen.